Orgel- und
Harmoniumwerkstatt
Thomas Reilich
Aktuelle Projekte

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Um einen vergessenen Schatz zu bergen, suchen wir Kontakt zu Besitzern des Hörügel-Modelles "Maestrale".

Bitte melden Sie sich unter: thomas.reilich@t-online.de. Selbstverständlich wird alles vertraulich behandelt.

aktueller Stand: 29.05.2019

Die Werkstatt ist vom 10.06. bis 14.06. geschlossen. Nächste Aktualisierung am 17.06.

John Holt, Liverpool, Bj. 1935

li: Hier erkennt man den Umbau. Das Winkeleisen saß zuerst links (blau), nun sitzt es rechts (rot).

re: Auch die untere Versteifung wurde gedreht und sitzt nun knapp unter der Balgunterkante

Somit ist der Platz hinter der Trakturbahn frei, wo später die Stecher des III. Manuals laufen werden.

Beim Holt ging es mit der Reinigung und dem Umbau des Trakturrahmens für das II. Manual weiter. Im Bild sieht man den Rahmen ohne Stecher, die Versteifungen sind bereits ummontiert.

Nach der anstrengenden Schruppereie (Reinigung) der Stecher, konnte der Rahmen wieder bestückt werden.

Hier liegen die Tasten des II. Manuals, welche nach dem Entfernen der Filze, gerade eine neue Oberfläche bekommen.

Anschließend konnten die frisch gereinigten Regulierschrauben der Manualkoppel II/I wieder eingedreht werden.

li: Die Führung unter der Taste nimmt den Stecher des II. Manuals auf, welcher durch die Taste des III. Manuals führt.

Nächstes Manual! Hier liegt der Klaviaturrahmen des III. Manuals, welcher gerade mit neuem Filz bestückt wurde.

Da die Tasten des III. Manuals bislang keine Mechanik bedienten, wurden sie durch Federn hoch gedrückt.

Ob die Federleiste weiterhin gebraucht wird, stellt sich noch heraus. Jedenfalls wurde alles gereinigt und eingebaut.

So sieht das III. Manual in einbaufertigem Zustand aus. Links und rechts wurden zu Versuchszwecken schon ein paar Stecher eingesetzt.

Mit wenigen Handgriffen kann die komplette Klaviatur ein- und ausgebaut werden.

re: Nun lassen sich schon (fast) alle Ventile bedienen.

Nachdem nun alle Manuale "an Bord" waren, konnte der Trakturrahmen (II. Manual) eingesetzt werden.

Zum Schluss folgte oben der Wippenrahmen, dann war die Tontraktur komplett.

li: Hier sieht man einmal die Trakturführung im Detail. Die Zahlen stehen für das jeweilige Manual. Da die Tasten des III. Manuals noch umgebaut werden müssen, wurden nur ein paar "Teststecher" eingesetzt.

Das Werk des I. Manuals sitzt unter den Klaviaturen, das des II. Manuals ganz oben. Im nächsten Schritt erfolgt die Überarbeitung der Registermechanik.

Harmonium Johannes Titz, Löwenberg, Bj. 1909

Beim Titz ging es mit der Reinigung der Lade los.

Hier sieht man ein (!) Schadensbild der Voix Celeste. Im vorderen Bereich (im Bild hinten) hob sich die Ventildecke.

Das zweite Schadensbild bereitete mir etwas Herzrasen, denn der lose Stimmsock der Voix Celeste war schon einmal geleimt worden, allerdings nicht richtig (wie man sieht).

Um die Lade besser bearbeiten zu können, baute ich kurzerhand eine Drehvorrichtung.

So ist es einerseits gut möglich die Kanzellen einzusehen, andererseits kann die Lade beim ausgießen hin- und hergedreht werden.

Da man beim Leimen der Lade den Druck oft mitten drin benötigt, ist die Anordnung der Zwingen meist etwas aufwändiger und abenteuerlich.

Das Ausleimen eines Stimmstockes ist immer mit Spannung verbunden, da man das Ergebnis erst zwei Tage später (Leim trocken) sieht.

Zum Glück hat es geklappt. Warmleim und viele Zwingen, konnten den Stimmstock der Voix Celeste auf das alte Niveau zurück bringen (Zunge liegt zum Test auf).

Am Ende der Arbeitswoche, war das Ausgießen der Lade abgeschlossen. Die Feinarbeiten kommen nach der endgültigen Durchtrocknung.

Zwischendurch begann ich mit dem Zerlegen der Percussion. Die Halteleiste der Hammerkapseln war lose und hielt nur noch durch zwei kleine Spax(!)-Schrauben.

Die Einzelteile mussten noch gereinigt werden, waren aber gut in Schuss.

Die harten und verschlissenen Filze der Führungen wurden passend ausgebohrt.

li: Nun konnte das neue Tuch eingeleimt werden.

Nach dem letzten Durchgang, waren alle Führungen neu ausgetucht.

SO muss das aussehen! Allerdings bringt "hübsch" nichts, wenn die Führungen nicht gleichermaßen leichtgängig UND dicht sind.

Vor dem Einsetzen der Kleinteile, wurde die Halteleiste frisch eingeleimt (ohne Spax).

Nun konnte die Montage beginnen. Dabei wurde jedes Teil nochmal auf seine Funktion überprüft.

Nach den Mitnehmerzungen, kamen die Percussionshämmer an die Reihe.

Der Percussionsrahmen ist wieder voll bestückt und bereit eingesetzt zu werden.

Mit den neuen Führungen, sollte die Percussion stets leicht und gleichmäßig im Anschlag sein.

Neuzugänge im Lager

In den letzten 2 1/2 Wochen war ich neben der Werkstattarbeit von Norddeutschland bis Tirol unterwegs, was nicht spurlos an meinen Lagerbeständen vorüber ging. Wenn Sie ein Instrument interessiert, melden Sie sich bitte per Mail.

Erbauer: Hug, Zürich (Händler)

Das Instrument ist derzeit leider nicht spielbar, da am Gehäuse und am Balg Arbeiten notwendig sind.

Kofferharmonium, Bj. verm. um 1910

System: Saugwind

Klaviatur C - c'', Teilung ?

Disposition:

Diapason / Melodia 8' (permanent)

Viola / Flute 4' (B/D schaltbar)

Forte

Erbauer: Estey Organ Co., Brattleboro, USA

Das klangschöne Nussbaum-Harmonium ist bedingt spielbar und kann ausprobiert werden.

SNr. 81368, Bj. 1878

System: Saugwind

Klaviatur F - f''', Teilung e°/f°

Disposition:

Bass Coupler (Super bis H)

Subbass (16')

Treble Coupler (Super ab c°)

Bourdon (16')

Clarionet (16')

Melodia (8')

Diapason (8')

Dolce

Dulciana

Viola (4')

Flute (4')

Viola Dolce

Choral

Melodia Forte

Flute Forte

Kniehebel für GJ und Forte

Erbauer: Schiedmayer Pianofortefabrik, Stuttgart

Das Instrument ist spielbar und kann ausprobiert werden. Es verbreitet einen wunderbar runden Klang und verfügt über eine hohe dynamische Bandbreite.

Dominator "Gounod", Bj. um 1925

System: Druckwind

Klaviatur C - c''', Teilung e'/f'

Disposition:

Pr Prolongement

F Forte fixe

F Forte fixe

M Metaphone

M Metaphone

0 Forte expressif

0 Forte expressif

1 Cor Anglais pianissimo 8'

6 Subbass 16'

6 Voix Celeste 16'

5 Aeolsharfe 2'

5 Musette 16'

4 Basson 8'

4 Oboe 8'

2 Bourdon 16'

2 Clarinette 16'

1 Cor Anglais 8'

1 Flute 8'

1P Percussion

1P Percussion

Kniehebel für Doppelexpression

Expression

Hackenhebel für Ausl. Prolongement und GJ

Erbauer: Alexandre et Fils, Paris, Frankreich

Das Instrument ist weitestgehend im Originalzustand, gut spielbar und kann ausprobiert werden.

SNr.: 19327, Bj. 1859

System: Druckwind

Klaviatur C - c''', Teilung e'/f'

Disposition:

0 Forte 3 et 4

0 Forte 3 et 4

4 Basson

4 Hautbois

3 Clairon

3 Fifre

2 Bourdon

2 Clarinette

1 Percussion ou Cor Anglais

1 Percussion ou Flute

E Expression a la Main

G Grand Jeu

E Expression aux Pedales

als Backenregister zu beiden Seiten: Forte 1 et 2