Orgel- und
Harmoniumwerkstatt
Thomas Reilich
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Um einen vergessenen Schatz zu bergen, suchen wir Kontakt zu Besitzern des Hörügel-Modelles "Maestrale".

Bitte melden Sie sich unter: thomas.reilich@t-online.de. Selbstverständlich wird alles vertraulich behandelt.

Zur Verstärkung unseres Teams, suchen wir ab sofort einen Orgelbau-Gesellen.

!!!Neue Angebote unter "Verkauf-Vermietung" !!!

Harmonium Mustel, Paris, Bj. 1927

Es ist geschafft! Seit September 2016 waren wir nun mit der Restaurierung dieses Mustel Modellé K beschäftigt. Hier ein paar Bilder vom Einlieferungszustand und dem Verlauf der Arbeiten

Die Balganlage war reif für die Komplettsanierung.

An der Doppelexpression waren inakzeptable "Ersatzteile" verbaut, welche nun nachgefertigt werden mussten.

Ganz links liegt der "Ersatzdrücker". Durch die Verwendung einer Gewindestange, schabte er kontinuierlich seine Führung heraus.

Mit den Neuteilen funktioniert alles wieder perfekt.

Am Gehäuse wurden lose Furnierpartien gefestigt bzw. erneuert.

Die Mechanik der Grand-Jeu-Einschaltung fehlte und musste rekonstruiert werden.

Hier sind Balg und Mechanik schon eingebaut, auch die Transportkrallen wurden erneuert.

Kein Teil an diesem Instrument konnte man so verwenden, wie es war. Das traf auch auf die Trittanhängung zu, welche schon einmal ersetzt aber völlig ausgelaufen war.

Hier ain Blick auf die angehängten Tritte, nebst GJ-Mechanik.

Somit war der Unterbau komplett.

Die Dichtwulst zwischen Balg und Registerbrett war nicht zu retten und musste neu angefertigt werden.

li: Die vielen Risse in der Lade, waren wohl das größte Problem bei dieser Restau-rierung.

re: Große Risse mussten ausgefräst werden, um eine verlässliche Leimfläche zu schaffen.

Zuerst mussten lose Partien mit Leim wieder gefestigt werden.

li: Die ausgefrästen Risse wurden sorgsamst ausgespant.

Nach dem Ausspanen, mussten die Ventilschlitze ihrer originalen Größe entsprechend nachgearbeitet werden.

Zum Schluss wurde die komplette Lade behutsam abgerichtet, um eine saubere Ventilauflage zu ermöglichen.

Nun wurden die Zungen gereinigt ...

... und wieder in die Lade geschraubt.

5 Spiele im Bass, 8 Spiele im Diskant.

Auch die Percussion war ein harter Brocken. Zerschlissene Leder, ausgelaufene Lager, nicht vorhandener Filz etc. und wieder unpassende Ersatzteile, welche nachgefertigt werden mussten.

Ebenfalls ein großes Problem an diesem Instrument, waren die sehr fest verrosteten Schrauben, welche oft nur unter Zuhilfenahme des Lötkolbens zu lösen waren. Die betraf schon den Balg, die Doppelexpression, die Zungen und auch das Registerbrett.

li: Die originale Dichtwulst zur Lade sollte erhalten werden, war aber an manchen Stellen schon "leer gefressen". Die betroffenen Stellen wurden aufge-schnitten, aufgefüttert und vernäht.

Anschließen wurden die Partien mit dem übrigen Leder der alten Balgdichtung überleimt.

Die fast immer defekte vordere Dichtung von Spiel 1, wurde ebenfalls mit neuem "alten" Leder überzogen.

li: Sämtliche Ventile mussten neu belegt werden.

Kontaktfilz und Bündchen neu.

Hier bin ich gerade beim Einsetzen der hinteren Ventile.

li: Die angefressenen Obertasten (vgl. 2. Bild ganz oben), konnten durch originale Mustel-Obertasten (Dank dem Vorbesitzer) ersetzt werden.

Die stark fleckigen Tastenbeläge, mussten geschliffen und neu poliert werden. Die Garnierungen wurden erneuert und der gebrochene Klaviaturrahmen gründlich überarbeitet.

Die Neuanfertigung der Bälgchen für das Forte-expressif, ist dagegen schon fast Routine.

re: Die beim Instrument befindlichen Forteklappen, waren nicht original und passten nicht. Ein mitge-liefertes Ersatzteil konnte passend gemacht werden. Der fehlende Aufsatz wurde nachgefertigt.

Auch am Metaphon konnte nichts so bleiben wie es war. Kleinteile gereinigt, Filze ersetzt und neue Lederstreifen aufgezogen.

Zwei Manubrien waren beschädigt und wurden ergänzt.

Schön langsam sah man Licht am Ende des Tunnels. Beim Prolongement waren einige Haken defekt, einer fehlte gar ganz. Also musste wieder nachgefertigt werden.

Auch die fehlenden Registerschildchen wurden ergänzt. Die nun schon entlockbaren Töne, waren vielversprechend.

li: Nun waren die Stoffarbei-ten an der Reihe. Hier werden gerade die Kniedrücker der Doppel-expression neu bezogen.

Der Bezug der allseitig abgerundeten Trittbretter, war nicht ganz einfach.

Auch wenn der Deckel noch nicht komplett ist, das "Ding" ist eine Schau!

li: Für die Stimmung wurde das Instrument wieder auf den Aufzug gestellt und die Lade mit Ketten an die Hebeeinheit gehängt. So funktioniert die Stimmung auch ohne Muskelkater und Schulter-Verspannung.

li: Um die Schwebungen stimmen zu können, muss jeweils ein Chor abgesteckt (stillgelegt) werden.

Nach wirklich langer, harter, aufreibender und spannender Arbeit, kann man mit dem Ergebnis nichts anderes als zufrieden sein. Das Instrument funktioniert und klingt wieder top - ein MUSTEL eben!

Erbauer: Mustel, Paris, Bj. 1927

Mét. Métaphon

Kniehebel: Doppelexpression

System: Druckwind

Prt. Prolongment

Talonnière li: Auslösung Prolongement

Klaviatur: C - c'''', Teilung e'/f'

0 Forté expressif

Talonnière mi: Grand Jeu

C Contre Basse 16 Pds.

Transpositeur

5 Harpe éolienne 2 Pds.

4 Basson 8 Pds.

3 Clairon 4 Pds.

2 Bourdon 16 Pds.

1 Cor Anglais 8 Pds.

1P Percussion et Cor Anglais 8 Pds.

E Expression

1P Percussion et Cor Anglais 8 Pds.

1 Flûte 8 Pds.

2 Clarinette 16 Pds.

3 Fifre 4 Pds.

4 Hautbois 8 Pds.

5 Musette 16 Pds.

6 Viox Céleste 16 Pds.

7 Baryton 32 Pds.

8 Harpe éolienne 8 Pds.

S Salicionale 16 Pds.

0 Forté expressif

Mét. Métaphon

Steinmeyer Pedalharmonium, Öttingen, Bj. 1925

Auch beim Steinmeyer ging es voran. Die restlichen Zungen wurden in die Lade geschoben.

Nun konnten die gereinigten Mutzen montiert und ausgerichtet werden.

Das Einsetzen der Stecher für das II. Manual. Die beweglichen Hebel, stellen die Kopplung zum I. Manual her.

re: Als nächstes muss die Pedalkoppel überarbeitet werden.

Der Pedalstock wurde mit den unteren Stechern komplettiert.

Die Ventile erhielten Anschlagpolster aus Kalbleder/Filz zur Geräuschminimierung.

Nannhofen, Beer-Orgel, Bj. 1875

An der Beer-Orgel startete ich mit der Reinigung. Mit Staubsauger, Pinsel und Putzlappen bewaffnet, ging es dem Schmutz der letzten Jahrzehnte an den Kragen. Im Bild li sieht man das geöffnete Podium mit den gereinigten Trakturen.

li: Der Spieltisch war auch schon mal voller. Sowohl mit Teilen, als auch mit Schuttablagerungen.

re: Da die Orgel so klein und eng ist, wäre an manchen Stellen ein zusätzliches Gelenk in der "Putzhand" nicht schlecht gewesen.

li: Trotz der alten und bröckeligen Farbfassung, hat das relativ einfache Gehäuse einen gewissen Charme.

re: Am ausgeräumten Spieltisch, erkennt man gut die einfache Konstruktion. Registerzüge über Schwerter und Schubstangen, Manualklaviatur über Stecher, Winkelbalken und Abstrakten, Pedal über Doppelwippen und Abstrakten.

Ein Teil der Holzpfeifen wurde auch schon überarbeitet. Trotz starkem Wurmfraß, sprechen diese wieder wunderbar.

Werkstatterweiterung

Das Dach ist drauf und innen ist verputzt. Nächste Woche soll die Türe geliefert werden, dann gibts auch wieder Fotos.

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