Orgel- und
Harmoniumwerkstatt
Thomas Reilich
Aktuelle Projekte

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Um einen vergessenen Schatz zu bergen, suchen wir Kontakt zu Besitzern des Hörügel-Modelles "Maestrale".

Bitte melden Sie sich unter: thomas.reilich@t-online.de. Selbstverständlich wird alles vertraulich behandelt.

Zur Verstärkung unseres Teams, suchen wir ab 01.07.2017 einen Orgelbau-Gesellen.

Harmonium Mustel, Paris, Bj. 1927

Das Mustel hat noch Pause, aber bald geht es weiter.

Orgel Oberndorf (Haag), F.B. Maerz 1889 / A. Wölfl ca. 1950/60

re: C, Cs und F mussten komplett neu gebaut werden. Die alten Pfeifen von 1889 gaben nur noch einen leisen Hauch von sich.

In der Woche vor unserem Betriebsurlaub, waren wir in der Werkstatt tätig. Es galt, das Pfeifenwerk zu überarbeiten. Im Bild sieht man Pfeifen des Prinzipal 8', welcher von C bis H in Holz gebaut wurde.

Leider waren einige Pfeifen derart von Wurm zerfressen, dass sie komplett neu angefertigt werden mussten. Bei einigen Pfeifen reichte der Teilaustausch einzelner Bretter.

li: Nach dem Verleimen war die gröbste Arbeit getan. Die Pfeifen sind innen labiert und verfügen über einen variablen Aufschnitt.

li: Kern und Vorschlag sind aus Birnbaum, der Körper aus feinjähriger Fichte. Damit die Pfeifen wieder in ihr altes Loch auf dem Stock passen, wurden die Füße wieder verwendet.

Genial einfach - einfach genial! Die Aufschnitt-höhe wird über eine verschiebbare Messing-leiste definiert. Die relativ schlanken Holzpfei-fen geben einen satten Ton mit etwas Strich.

li: Während in der Werkstatt die Schreinerei auf Hochtouren lief, wanderte ich zur Überarbeitung der Metallpfeifen in die Garage aus.

re: Da die Beschädigung für eine Reparatur duch das Fußloch zu heftig und zu weit oben war, wurde der Fuß aufgeschnit-ten, ausgeformt und wieder verlötet.

Hier ein typischer Schaden an einer Diskantpfeife. Ein unachtsamer Mensch hatte die Pfeife im Raster umgeknickt und wieder "gerade" gebogen.

li: Hier liegen die gerichteten Metallpfeifen ab 2' Länge. Neben ein paar Zinkpfeifen aus den 1950ern, sind es hauptsächlich originale Maerz-Pfeifen von 1889.

re: Durch den Rückbau des Verbindungskanals vom Dachboden, hatte die Pfeife Cs der Baßflöte 4' wieder Platz auf dem Stock (war vorher abgeführt). Dafür musste natürlich das Raster verlängert werden.

Nachdem die Holzpfeifen fast fertig waren, konnte ich mit den Metallpfeifen wieder in die Werkstatt ziehen.

Nachdem die Arbeiten in der Werkstatt abgeschlossen waren, wurde alles nach Oberndorf gebracht.

Holzpfeifen über Holzpfeifen! Obwohl wir hier als Grundlage eine romantische Orgel mit 15 Registern haben, verfügt das Werk nur über einen einzigen 8', welcher bis C in Metall ausgeführt ist, die Gamba 8'. Alle anderen tiefen Register sind über eine oder zwei Oktaven (oder komplett) mit Holzpfeifen besetzt.

li: Die letzte Spieltisch-baustelle waren die Membranen zur Schaltung der festen Kombi-nationen. Die alten Lederteile waren steif oder/und durchlöchert.

Nach einem gründlichen Funktionstest, konnten die ersten Pfeifen eingesetzt werden. In hinterster (!) Reihe, steht hier die Baßflöte 4' des Pedals.

Der im Prospekt stehende Oktav 4', wurde durch die Innenpfeifen ergänzt.

li: Gespannt waren wir natürlich auf die Holzpfeifen des Prinzipal 8'. Nach ein wenig Tüftelei mit Windmenge, Aufschnitt und Rollenbart, sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Nach Intonation und Stimmung, erfreut uns dieses Register mit seinem typisch süddeutschen Klang.

li: Zwischen Prinzipal und Gedeckt ist wenig Platz, aber hier steht später die Gamba.

re: Das Pedal ist komplett. Hinten steht der 4', dann der 8' (offen) und dann der 16', welchen man hier sieht.

Mittlerweile ist unser Pfeifenlager im Erdgeschoss aufgelöst und der Kirchenraum somit wieder frei, was man von der Empore (noch) nicht behaupten kann.

Steinmeyer Pedalharmonium, Bj. um 1940

Die großen Orgel-Trümmer haben die Werkstatt verlassen, aber wir auch. Ich bitte noch um ein wenig Geduld.

Klein- oder Hausorgel zu verkaufen

Die Disposition umfasst:

Der Klaviaturumfang beträgt harmoniumfreundliche 61 Tasten (C cin c'''').

Gedeckt 8' - aus feinjährigem Lärchenholz

Rohrfläte 4' - Zinn, rohrgedeckt / konisch offen

Gemshorn 2' - Zinn, Naturguß, konisch offen

Blick ins Pfeifenwerk.

Zum Verkauf steht diese kleine Haus- oder Kapellen-Orgel, welche über drei Register verfügt. Die äußere Gestaltung ist sicher Geschmacksache, die technische Anlage und Ausführung kann man aber getrost als hochwertig bezeichnen.

Das gesamte Instrument lässt sich mit Türen verschließen (vorne und hinten), welche zum Spielen aber geöffnet werden sollten.

Der 8' trägt gut und verbindet sich schön mit dem 4', der 2' ist angenehm zurückhaltend. Das Instrument eignet sich gut für kleine Kapellen oder als Hausorgel. Mit ein paar Rollen versehen, hat man eine Orgel für den mobilen Einsatz.

Einzelheiten zur Orgel (Stand 02.01.2017):

Erbauer: Andreas Ott, Bensheim, Bj. 1975

Disposition:

Gedeckt 8' - Holz (feinjährige Lärche) gedeckt

Rohrflöte 4' - Zinn, ab gs'' konisch offen

Spitzflöte 2' - Zinn, Naturguss, ab c' Naturlänge

Maße: B = 173 cm / H = 175 cm / T = 52 cm (Gehäuse) + 22 cm (Klaviatur)

Auszug aus einem Gutachten von 2008, OSV Thomas  Wilhelm:

"Es entspricht einem gehobenem Ausführungsstandard und wurde regelmäßig durch den Erbauer gepflegt. Das Gehäuse aus grünlich gebeiztem Holz ist vollständig geschlossen und auf dem Kanzellenrahmen aufgebaut. Die Pfeifenfelder sind mit Türen versehen, das Schleierwerk sehr einfach gehalten. Die Windanlage ist teilweise unzugänglich und besteht aus einem mit Leder bezogenem Windladenbalg und wahrscheinlich einem Ventola-Gebläse. Das Instrument ist hinterspielig, das Gehäuse in der Mitte aber eingezogen, so daß der Spieler eine gute Sicht nach vorne hat. Die Klaviatur ist zweiarmig, die Stecher der Traktur werden über Wippen angesteuert. Für die Baß- und Tenorlage ist ein Wellenbrett vorhanden. Die Traktur ist in einer Mischbauweise aus Holz und Metall erstellt. Die Schleifen bestehen aus Schichtholz, die Schleifendichtungen aus Kerntuch.

Eine Besonderheit ist der große Manualumfang von 5 Oktaven (C-c4, 61 Tasten) der erweiterte Spielmöglichkeiten zuläßt. Die Verarbeitung des Orgelpositivs genügt höheren Ansprüchen. Es befindet sich in einem guten Zustand, empfehlenswert wäre angesichts der Verstaubung im Inneren eine Reinigung in nächster Zeit. Die Klaviatur ist in der kleinen und der eingestrichenen Oktave leicht ausgeschlagen, was durch Drehen der Tastenführungsstifte ausgeglichen werden kann. Das laute Laufgeräusch des Gebläses sollte überprüft werden, es ist aber auch in der guten Resonanz im Sockelbereich begründet. Einige Mündungen im Bereich der eingestrichenen Oktave der Spitzflöte 2’ sind aufgerieben. Der Klang des Positives ist ansprechend und ausgeglichen. Es eignet sich als Hauptinstrument für kleinere Räume und könnte auch als Continuoinstrument herangezogen werden."

Anmerkung: Das Ventola-Gebläse sitzt im Sockel auf der C-Seite. Die Orgel muss auf Böcke gestellt werden, um an den Motor zu gelangen. Ein "ungesundes" Laufgeräusch konnte bislang nich festgestellt werden. Auf einem entsprechenden Boden ist es aber u.U. möglich, dass sich das Motorgeräusch überträgt (Motorkasten sitzt auf). Abhilfe würde hier z.B. eine Teppichunterlage schaffen.

Preis: 6000,- € ab Werkstatt

Kontakt: thomas.reilich@t-online.de oder 08145/809005