Orgel- und
Harmoniumwerkstatt
Thomas Reilich
Aktuelle Projekte

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Um einen vergessenen Schatz zu bergen, suchen wir Kontakt zu Besitzern des Hörügel-Modelles "Maestrale".

Bitte melden Sie sich unter: thomas.reilich@t-online.de. Selbstverständlich wird alles vertraulich behandelt.

Zur Verstärkung unseres Teams, suchen wir ab sofort einen Orgelbau-Gesellen.

Ch. Dietz, Paris 1833

Hier gibt es leider noch nichts neues.

John Holt, Liverpool, Bj. 1935

li: Hinter der Lade des I. Manuals, sitzt noch eine weitere Pedal-lade mit Zungen.

Die letzten Wochen war wieder viel los, darum gab es letzte Woche auch keine Aktualisierung, was ich hiermit nachhole. Beim Holt lief die letzte Runde der Demontage. Im Bild sieht man noch I. Manual und Pedal.

Die Unterseite dieser Zusatzlade. Leider wurde schon einmal an vielen Flächen Schaumstoff als Dichtungsmaterial verwendet.

Im hinteren Teil der HW-Lade sind Druckwindzungen verbaut.

Nach dem Abnehmen der HW-Lade, konnte man in den Balg blicken. Sämtliche Bälge sind mit Holzfalten und Lederzwickeln ausgestattet.

Auf dem Fundamentbrett des I. Manuals fand sich dann auch das Firmenschild.

Nachdem die etwas versteckten Schrauben gelöst waren, konnte auch das Fundament-brett abgenommen werden, das Pedal lag frei.

Für den Ausbau der Lade, musste die Pedaltraktur demontiert werden.

Und schon wieder Schaumstoffdichtung! Das zerbröselte Zeug findet sich in der ganzen Lade.

Und dann ging's Schlag auf Schlag. Lade raus...

Wellenbrett weg, Ständerwerk beseitigt...

fertig!

Hier ein Blick auf die Pedallade mit geöffneter 16'-Mutze.

In den Kanzellen darüber sitzt die gleiche Zunge mit einem gewaltigen Gewicht = 32'!

Das hat mich dann doch etwas erstaunt, das Gewicht des gesamten Instrumentes ruht auf vier Holz(!)rollen.

Schiedmayer Pianofortefabrik, Stuttgart, Bj. 1901

li: Auch kleine Details wie der fehlende Pumphebel, wurden nun in Angriff genommen.

Während es beim Holt schön langsam los geht mit der Restaurierung, neigt sich die Arbeit am Scheidmayer dem Ende entgegen. Zunächst galt es, die Registermechanik brauchbar zu regulieren.

Die Pedalklaviatur wurde von Azubi Jonas gereinigt, geölt, neu gefilzt und wieder zusammengesetzt - großes Lob!

Nun ging es an die Stimmung. Begonnen wurde mit den hinteren Spielen des I. Manuals.

Sehr weit vorne und gut versteckt, sitzen die Zungen des 8' und 16'.

Nach der Stimmung wurden die mit Tesa verschlossenen Öffnungen für die Pedallade wieder geöffnet und die entsprechenden Mutzen montiert.

Von den vorderen Spielen ist nur der 4' im I. Manual gut zu erreichen. Im II. Manual wird es schon komplizierter.

Die Stimmung der Manualwerke ist abgeschlossen, da wartet schon der Pedalstock auf seinen Einbau.

Drei kleine Schrauben (3 x 15) halten den 2-spieligen Pedalstock an seinem Platz.

Schiedmayer Pianofortefabrik, Balgrestaurierung

Auch der Schiedmayer-Balg wurde letztens fertiggestellt. Im Bild sieht man die Herstellung des Magazinplattenscharniers aus Kalbleder.

Die neue Bespannung der Schöpfbälge, wurde mit den originalen Kartonfalten bestückt.

Die Reihenfolge des Neubezuges, variiert je nach Konstruktion des Balges. Hier wurde mit dem Magazinbalg begonnen.

Bevor die Schöpfer ihren neuen Bezug erhielten, wurden die Fangventile erneuert.

Nach dem Bezug, kommen die Lederecken an ihren Platz. Sie schützen neuralgische Stellen vor Druckverlust.

Da die Flächen noch gut waren, wurden hier nur die Kanten papiert.

Mittlerweile ist der Balg schon montiert und arbeitet wunderbar.

Steinmeyer Druckwindharmonium, Service

re: Am Balg sind kleinere Undichtig-keiten zu beklagen, aber nichts tragisches.

Dieses kleine Steinmeyer-Harmonium wurde uns für einen "kleinen" Service anvertraut. Das Instrument tut nahe Neuburg a.d. Donau seinen Dienst als Kirchenharmonium.

Diese Instrumente sind sehr robust und wartungsfreundlich. Die Demontage geht rasch von der Hand.

Tragisch war allerdings, dass wir nach ein paar Tagen zwei Häufchen frisches Wurmmehl auf dem Werkstattboden fanden. Daher mussten wir die Holzteile entsprechend behandeln.

Der Balg erfuhr eine gründliche Reinigung, bei welcher auch die harten Fangventile entfernt wurden. Die Lederzwickel waren allesamt noch in gutem Zustand.

In nicht so gutem Zustand war die Klaviatur. Die Tasten leißen sich nur widerwillig und mit Tricks von den Stiften ziehen.

Der Grund hierfür ist wohl ersichtlich. Waag- und Führungsstifte waren komplett verrostet.

Nicht nur die Stifte sahen schlecht aus, auch die Filze waren reif für den Austausch.

Die Klaviatur musste gründlich gereinigt werden, ein Belag war gebrochen.

Da ich mit dem Austausch (alt gegen neu) von Klaviaturstiften schon schlechte Erfahrungen gemacht habe, wurden alle Stifte gezogen und im Ultraschallbad gereinigt. Anschließend verbrachten sie mehrere Tage in der Poliertrommel. Die "neuen" Stifte sitzen wie die "alten", da gibt es keine Probleme mit der Festigkeit.

Nach der Politur der Klaviatur und dem Austausch der Filze, konnte der Rahmen wieder bestückt werden.

Die Klaviatur sieht aus wie neu und fühlt sich dank blanker Stifte auch so an.

Als nächstes müssen ein paar Minilöchlein am Balg geflickt werden.

Werkstatt

Auch rund um die Werkstatt gibt es Neuigkeiten. Aufgrund der aktuellen Diesel-Dikussion sah ich mich gezwungen, unseren fast 10-jährigen Ford-Transit auszutauschen. Künftig sind wir nun im Fiat-Ducato unterwegs.

Mit der Fertigstellung der Außenanlagen, konnte nun die Erweiterung unserer Werkstatt abgeschlossen werden. Innen fehlen nur noch ein paar Lampen und Steckdosen.