Orgel- und
Harmoniumwerkstatt
Thomas Reilich
Aktuelle Projekte

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Um einen vergessenen Schatz zu bergen, suchen wir Kontakt zu Besitzern des Hörügel-Modelles "Maestrale".

Bitte melden Sie sich unter: thomas.reilich@t-online.de. Selbstverständlich wird alles vertraulich behandelt.

Zur Verstärkung unseres Teams, suchen wir ab sofort einen Orgelbau-Gesellen.

Nannhofen, Beer-Orgel, Bj. 1875

In den letzten beiden Wochen war wieder viel los, doch der Reihe nach.

Für die Orgel in Nannhofen sind die Holzpfeifen, der Spieltisch, die Ventile und die Raster fertig geworden. Ende nächster Woche werden wir auf Montage gehen.

Hinkel Saugwind-"Kunstharmonium" mit Diskantexpression

Am Hinkel wurden die Ventile gereinigt und mit Talkum gepflegt.

Beim Zurücksetzen der Ventile in die Lade, musste manche Führung nachgearbeitet werden, damit alles einwandfrei lief.

Erste Tests mit aufgesetzter Lade waren vielversprechend.

Nachdem noch ein paar kleine Heuler beseitigt wurden, konnte die Lade fest verschraubt werden.

Nun konnte die geputzte Klaviatur und die aufpolierten Blenden wieder eingebaut werden.

Für die anschließende Stimmung in 438 Hz, musste der Subbass abgeklebt (re) und der Diskant 16' (li) stillgelegt werden.

Disposition:

F Bass Forte

C Cremona 8'

7 Subbass 16' C - H

7p Subbass Dolce 16'

5 Aeolsharfe 2'

4 Bombard 8'

3 Viola 4'

3p Viola Dolce 4'

2 Bordun 16'

1 Diapason 8'

1p Horn Echo 8'

OK Oktavkoppel

Nach dieser gründlichen Kur, funktioniert nun wieder alles einwandfrei.

V Vox Humana

1p Hohlflöte 8'

1 Melodia 8'

Erbauer: E. Hinkel, Ulm, Bj. 1921

2 Clarinette 16'

System: Saugwind mit Diskantexpression

3 Flöte 4'

Klaviatur:_C - c'''', Teilung e'/f'

4 Schalmei 8'

linke Klaviaturbacke:

5 Musette 16'

Prolongement C - H

6 Vox Jubilante 16'

rechte Klaviaturbacke:

7 Baryton 32'

Diskantexpression

8 Vox Celeste 8'

W Waldhorn 16'

Kniehebel:

Fa Fagott 16'

links - Grand Jeu

B Bifara 16'+4'

rechts - Forte

F Diskant Forte

Indisches Harmonium

Schon seit geraumer Zeit stand dieses Indische Harmonium zur Reparatur in der Werkstatt, welche wir nun in Angriff nahmen.

Durch zu enge Führungen, blieben zahlreiche Tasten hängen und verursachten Heuler.

Nach der Reinigung wurden die Führungen angepasst und die Tasten wieder eingesetzt. Zugleich wurde die Oktavkoppel reguliert.

li: Immer wieder plagen Undichtig-keiten diese Instrumente. Selten lassen sich die Spiele wirklich sauber ein- bzw. abschalten. Hier musste die Kanzellen- dichtung angepasst und die Register-schieber überprüft werden.

re: Künftig ruht das Instrument in einer neu angefertigten Transport-kiste.

Nach dem Zusammenbau, erfolgte ein zufriedenstellender Testlauf.

Harmoniumhocker für Norwegen

re: Der formschöne Hocker steht trotz kompakter Maße stabil und ermöglicht ein entspanntes Sitzen am Instrument.

Für ein in Norwegen stehendes "Schiedmayer" - Harmonium, musste ein passender Hocker angefertigt werden. Hier bot sich unser "Modell 2" natürlich an. Im Bild sieht man die bereits verleimten Nussbaum-Bretter.

Nun wurden die Konturen der Schablon auf die Rohlinge übertragen, ausgesägt und mit der Fräse nachgefahren. Anschließend folgte das Fasen und Verputzen.

Mason & Hamlin - Reparaturen

Letzte Woche hatten wir Besuch von einem Harmonium-freund, welcher Probleme mit seinem Mason & Hamlin hatte. Trotz intaktem Balg und neuer Schöpfventile, war das Instrument asthmathisch.

Der Grund waren verhärtete Fangventile, welche sich aber unzugänglich in den Schöpfern befinden. Um nicht die Schöpfer opfern zu müssen, wurden die Balgplatten kurzerhand aufgesägt (Bild li). Nun konnte man die Fangventile problemlos erneuern. Anschließend wurden die herausgetrennten Teile mit einem Rahmen versehen und wieder auf die Platten geschraubt. Ein Funktionstest bestätigte den erfolgreichen Eingriff.

li: Auch an der Registermechanik gab es einiges zu tun. Die Filzbahnen an den Register-wellen waren fast durchgeschliffen und mussten erneuert werden. Die restlichen Teile wurden gereinigt.

Wie so oft, hatte auch dieses Instrument die klassischen Wasser-flecken auf der Oberfläche. Der Eigner wollte die Schellackpolitur selbst erneuern. Was bietet sich da besser an, als dies in unserer Werkstatt auszuprobieren.

Ch. Diez, Paris 1833

Da in letzter Zeit einiges fertig wurde, konnte diese Woche ein neues Projekt gestartet werden. Die Instandsetzung dieser "Christian Diez" Physharmonika von 1833.

Im bereits restaurierten Gehäuse, sitzt dieses einspielige Werk über 4 Oktaven.

Über einen Fußhebel, wird die Balgeinheit bedient.

Zusammengesetzt sieht das Innenleben so aus. Kompakter geht es kaum!

Das ganze Werk misst knappe 15cm in der Tiefe.

Die Traktur besteht aus Fäden, welche die Tasten mit den Ventilen verbinden.

li: Das vorerst naheliegendste Problem, betrifft die Balganlage, welche schon mindestens einmal unsachgemäß "überarbeitet" wurde. Vor lauter Kleber und dickem Leder sind die Bälge derart steif, dass eine Funktion unmöglich ist (siehe Handhaltung).

re: Auf Scharnierbänder wurde weitgehend verzichtet. Die Balgfalten laufen Holz-auf-Holz.

Das Zerlegen war eine Tortur, brachte aber spannende Erkenntnisse.

re: Die Holz-falten waren komplett mit Leder bezogen. Links die erste (originale?) Schicht, rechts die zweite (neue) Schicht. Insgesamt war das Leder ca. 3mm dick.

Zumindest an den Innenfalten wurden Scharnierbänder verwendet, welche aber durch das außen aufgeleimte Leder gesprengt wurden. Klassischer Konstruktionsfehler!

Nach dem nahezu erfolglosen Versuch, die Leim- und Kleberreste mit Dampf zu lösen, wurden die stark verzogenen Platten zum Trocknen "eingespannt".

Ausbildungsharmonium

Auch mit Jonas Instrument ging es weiter. Hier ist er gerade bei der Vorbereitung der Falten-scharniere seiner Balganlage.

Zuerst werden die Holzfalten mit Leinenbändern bestückt, bevor sie dann paarweise "zusammengehängt" werden.

Nachdem die "Faltenrücken" mit Lederstreifen bezogen waren, fixierte Jonas die Paare auf der Magazinbalgplatte.

An den Schöpfern wurden die Plattenscharniere angebracht. Noch liegen die Faltenpaare nur lose auf.