Orgel- und
Harmoniumwerkstatt
Thomas Reilich
Aktuelle Projekte

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Um einen vergessenen Schatz zu bergen, suchen wir Kontakt zu Besitzern des Hörügel-Modelles "Maestrale".

Bitte melden Sie sich unter: thomas.reilich@t-online.de. Selbstverständlich wird alles vertraulich behandelt.

Zur Verstärkung unseres Teams, suchen wir ab sofort einen Orgelbau-Gesellen.

Harmonium Kotykiewicz, Wien, Bj. 1891

li: Es galt ein paar technische Kleinigkeiten zu lösen und versagenden Zungen auf die Sprünge zu helfen. Da das Werk ein ordentliches Gewicht hatte, wurde es zum Aufklappen an den Aufzug gekettet.

re: Was für eine imposante Erscheinung und was für ein imposanter Klang. 7 Spiele auf 5 1/2 Oktaven, sorgen für ordentlich Abwechslung.

Im Urlaub hab ich es dann doch nicht gemacht, aber gleich in den ersten Tagen widmete ich mich wieder der Fertigstellung des Kotykiewicz.

Harmonium Mustel, Paris, Bj. 1927

Am letzten Tag vor dem Urlaub, kamen die nachgefertigten Registerschildchen. Nun ist wieder alles komplett.

Wieder einmal passen sie perfekt zu den Originalteilen.

Nun ging es mit allerlei Kleinarbeit los. Die Klappen des Forte-expressif erhielten neue Lederstreifen.

li: Nachdem die Karton-unterlagen befilzt und bespannt waren, fixierte ich sie zuerst an der gewölbten Seite, bevor die restliche Fläche verleimt wurde.

Die völlig zerschlissenen Kniedrücker, mussten neu bespannt werden.

Nach einiger Suche, fand ich einen gut passenden Stoff.

Da ich schon mit dem Stoff zugange war, wurden auch gleich die Trittbretter neu bespannt.

Mit ihren Gratleisten, müssen die Bretter in den jeweiligen Rahmen stramm mit Leder eingepasst werden.

So sieht es dann ohne Bretter aus, sie sollen ja auch nicht schmutzig werden.

Nächste Baustelle: Doppelexpression!

Nachdem die neuen Drücker geschwärzt und montiert waren, war auch die Regulierung der DE problemlos.

Hier noch mal ein Blick auf die komplette DE.

Leider stellte sich heraus, dass die vorhandenen Drücker zum Abschalten der DE nicht original und zu kurz waren. Es mussten neue angefertigt werden.

Nachdem die Mechanik nocheinmal sauber reguliert wurde, konnte nun das Prolongement komplettiert werden.

Zuvor mussten aber noch ein paar gebrochene Nasen "verarztet" werden. Ein kompletter Haken glänzte durch Abwesenheit.

Hakenparade! Nun wurden alle Nasen mit Leder bezogen.

Damit der Haken die Halteleiste sauber wegdrücken kann, wurden die Kontaktflächen graphitiert.

So sieht das dann in eingebautem Zustand aus. Die Halteleiste bekam selbstverständlich auch noch ihren Graphitanstrich.

Da nun technisch alles fertig war, konnte der Moderator montiert werden. Dazu mussten aber die Ventile der hinteren Spiele wieder raus.

Da dieser "Filz" den Klang erheblich beeinflusst, ist es ratsam, ihn- wenn möglich - zu erhalten (wie hier).

Auch wenn das bedeutet, an die hundert Motten-Kokons aus dem Material zu zupfen.

Moderator rein, Ventile rein, zuklappen und genießen!

Da das Spiel auf den blanken Rahmen auch nicht das Gelbe vom Ei war, wurden kurzerhand "Arbeitsplatten" angefertigt.

Schöner sind natürlich die mit Stoffbespannung. Hier sind auch schon die Kniedrücker und der Hebel fürs GJ montiert.

Die letzte Stoffarbeit, war die Anfertigung der sichtbaren Prallleiste hinter den Tasten.

Nach der Auffrischung der Oberfläche, ist das Instrument jetzt voll spielbar und technisch fertig. Es wird nun erst einmal ausgiebig bespielt, bevor es an die klangliche Überarbeitung geht.

Steinmeyer Pedalharmonium, Bj. um 1940

Azubi Jonas widmete sich der Überarbeitung der Pedalventile, welche völlig neu bestückt werden mussten. Im Bild: Materialstärketest

Begonnen wurde mit der seitlichen Garnierung, da die Ventile zwischen Stiften laufen.

Die Unterseite der Scharnierung besteht aus starkem Balgtuch (Bild), die Oberseite aus Leder.

li: Der Belag aus Filz und Leder, wird vorab verleimt und auf Maß geschnitten. Dann wird das Ventil beleimt, auf den Belag gedrückt und bündig abge-schnitten.

So sieht es dann (fast) fertig aus. Der Mechanikanschlag (roter Kreis) kann erst nach dem Einbau belegt werden, da dessen Stärke noch unbekannt ist.

Als nächstes werden die Ventile auf den Stimmstock/Lade geleimt.

Nannhofen, Beer-Orgel, Bj. 1875

Unser neues Projekt, ist die Überarbeitung dieser schönen, kleinen Beer-Orgel, an welcher wir schon vor geraumer Zeit die alten Prospektpfeifen zwecks Neuanfertigung entnommen hatten.

Der übersichtliche Spieltisch, verlangt dem Organisten einiges ab. Ergonomie gabe es 1875 noch nicht.

Die gespundete Schleiflade ist offensichtlich in gutem Zustand, was man vom Pfeifenwerk nicht behaupten kann.

re: Hier fraß der Wurm schon seit Jahrzehnten! Teilweise standen die Holzpfeifen einen 3/4 cm tief im Wurmmehl.

Die aus sehr dünnem Material gefertigten Metallpfeifen sind zwar teilweise grob beschädigt, gehen aber wenigsten ....

.... was man von den wurmzerfressenen Holzpfeifen größtenteils nicht behaupten kann.

li: Gut zwei Stunden und einen Staubsaugerbeutel später, sah die ganze Sache dann schon deutlich besser aus. Offensichtlich waren die Holzpfeifen so lecker, dass der Wurm nur abundzu einen Abstecher in weitere Teile machte.

re: Die ausgebauten Pfeifen warten auf die Reinigung.

Bei strahlendem Wetter, schickte Jonas die Metallpfeifen baden. So werden sie gründlich von Staub und Ruß befreit.

li: Ich vermute, diese Holzpfeifen werden uns noch lange beschäftigen. Einige Exemplare wurden mit Silikon bestrichen.

re: Mit griffigen Arbeitshandschuhen, lässt sich die Schicht Stück für Stück abrubbeln.

Nach der Reinigung wurden alle Holzpfeifen und -teile mit Holzwurmtod gestrichen. Zwar ist der Wurm schon lange nicht mehr aktiv, aber sicher ist sicher!

Klein- oder Hausorgel zu verkaufen

Die Disposition umfasst:

Der Klaviaturumfang beträgt harmoniumfreundliche 61 Tasten (C cin c'''').

Gedeckt 8' - aus feinjährigem Lärchenholz

Rohrfläte 4' - Zinn, rohrgedeckt / konisch offen

Gemshorn 2' - Zinn, Naturguß, konisch offen

Blick ins Pfeifenwerk.

Zum Verkauf steht diese kleine Haus- oder Kapellen-Orgel, welche über drei Register verfügt. Die äußere Gestaltung ist sicher Geschmacksache, die technische Anlage und Ausführung kann man aber getrost als hochwertig bezeichnen.

Das gesamte Instrument lässt sich mit Türen verschließen (vorne und hinten), welche zum Spielen aber geöffnet werden sollten.

Der 8' trägt gut und verbindet sich schön mit dem 4', der 2' ist angenehm zurückhaltend. Das Instrument eignet sich gut für kleine Kapellen oder als Hausorgel. Mit ein paar Rollen versehen, hat man eine Orgel für den mobilen Einsatz.

Einzelheiten zur Orgel (Stand 02.01.2017):

Erbauer: Andreas Ott, Bensheim, Bj. 1975

Disposition:

Gedeckt 8' - Holz (feinjährige Lärche) gedeckt

Rohrflöte 4' - Zinn, ab gs'' konisch offen

Spitzflöte 2' - Zinn, Naturguss, ab c' Naturlänge

Maße: B = 173 cm / H = 175 cm / T = 52 cm (Gehäuse) + 22 cm (Klaviatur)

Auszug aus einem Gutachten von 2008, OSV Thomas  Wilhelm:

"Es entspricht einem gehobenem Ausführungsstandard und wurde regelmäßig durch den Erbauer gepflegt. Das Gehäuse aus grünlich gebeiztem Holz ist vollständig geschlossen und auf dem Kanzellenrahmen aufgebaut. Die Pfeifenfelder sind mit Türen versehen, das Schleierwerk sehr einfach gehalten. Die Windanlage ist teilweise unzugänglich und besteht aus einem mit Leder bezogenem Windladenbalg und wahrscheinlich einem Ventola-Gebläse. Das Instrument ist hinterspielig, das Gehäuse in der Mitte aber eingezogen, so daß der Spieler eine gute Sicht nach vorne hat. Die Klaviatur ist zweiarmig, die Stecher der Traktur werden über Wippen angesteuert. Für die Baß- und Tenorlage ist ein Wellenbrett vorhanden. Die Traktur ist in einer Mischbauweise aus Holz und Metall erstellt. Die Schleifen bestehen aus Schichtholz, die Schleifendichtungen aus Kerntuch.

Eine Besonderheit ist der große Manualumfang von 5 Oktaven (C-c4, 61 Tasten) der erweiterte Spielmöglichkeiten zuläßt. Die Verarbeitung des Orgelpositivs genügt höheren Ansprüchen. Es befindet sich in einem guten Zustand, empfehlenswert wäre angesichts der Verstaubung im Inneren eine Reinigung in nächster Zeit. Die Klaviatur ist in der kleinen und der eingestrichenen Oktave leicht ausgeschlagen, was durch Drehen der Tastenführungsstifte ausgeglichen werden kann. Das laute Laufgeräusch des Gebläses sollte überprüft werden, es ist aber auch in der guten Resonanz im Sockelbereich begründet. Einige Mündungen im Bereich der eingestrichenen Oktave der Spitzflöte 2’ sind aufgerieben. Der Klang des Positives ist ansprechend und ausgeglichen. Es eignet sich als Hauptinstrument für kleinere Räume und könnte auch als Continuoinstrument herangezogen werden."

Anmerkung: Das Ventola-Gebläse sitzt im Sockel auf der C-Seite. Die Orgel muss auf Böcke gestellt werden, um an den Motor zu gelangen. Ein "ungesundes" Laufgeräusch konnte bislang nich festgestellt werden. Auf einem entsprechenden Boden ist es aber u.U. möglich, dass sich das Motorgeräusch überträgt (Motorkasten sitzt auf). Abhilfe würde hier z.B. eine Teppichunterlage schaffen.

Preis: 6000,- € ab Werkstatt

Kontakt: thomas.reilich@t-online.de oder 08145/809005