Orgel- und
Harmoniumwerkstatt
Thomas Reilich
Aktuelle Projekte

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Um einen vergessenen Schatz zu bergen, suchen wir Kontakt zu Besitzern des Hörügel-Modelles "Maestrale".

Bitte melden Sie sich unter: thomas.reilich@t-online.de. Selbstverständlich wird alles vertraulich behandelt.

aktueller Stand: 14.02.2020

John Holt, Liverpool, Bj. 1935

Nachdem die Einzelteile des Holt angefertigt waren (hier noch das Musterstück mit Schleifenangriff, daneben das Muster der Schubstangen), ging es an den Zusammenbau.

Die Wellen wurden abgelängt, geschlitzt und mit den Ärmchen versehen.

Hier sieht man die vorderen Wellen, welche die Mechanik in den 45°-Winkel umleiten.

li: Wellen und Trägerplatte der hinteren Mechanik. Die Wellenachsen laufen in Wenge (Holz), welche sehr hart und ölhaltig ist.

Hier sieht man die eingebauten Wellen der drei Pfeifenregister.

Oben schaut nur noch ein kurzer Stift heraus, an welchem die Schleifen dann "angehängt" werden.

li: Grundplatte und Wellen der vorderen Mechanik.

re: So sieht nun die Wellenanlage aus. Noch fehlen die Schubstangen.

Die vordere Mechanik ist in einem "Käfig" untergebracht und hat keine Verbindung zum "alten" Instrument.

"Drechseln für Nicht-Drechsler". Im Bild werden gerade die runden Stangen der (sichtbaren) Registerzüge an die quadratischen Schubstangen "gedrechselt".

Diese Methode hat den Vorteil, dass die runden Stangen alle den selben Durchmesser haben (schwierig beim Drechseln von Hand) und am anderen Ende die Aufnahmen für die Ärmchen ebenfalls einfach angefertigt werden können.

re: Die Perspektive täuscht ein wenig, denn die Register-züge von "alt" und "neu" liegen genau in einer Flucht.

Passt alles? Die Schubstangen treffen die hintere Mechanik und kreuzen das Ladenlager an der vorbereiteten Aussparung.

Auch die etwas "wildere" Mechanik vorne, passt exakt.

Ernst Hinkel, Ulm, Bj. 1922

Beim Hinkel ging es nun an die Stimmung. Die Ermittlung der vorhandenen Stimmtonhöhe war etwas schwierig, da über alle Spiele weite "Streuungen" vorhanden waren.

Schließlich legte ich die Stimmtonhöhe auf die früher verwendeten 438 Hz, hatte aber zwischendurch Abweichungen von gut 30 Cent nach oben und unten (100 Cent = ein Halbton).

Die 16'-Lade mit ihren Druckwindzungen ist immer etwas aufwändiger in der Stimmung, da zur Tonkontrolle immer der Resonator (Kasten) geschlossen werden muss.

Was die Hinkel-Mannen da geritten hat, ist mir ein Rätsel. Beim Subbasskasten kommt man nur an die Zungen, wenn man ihn hoch klappt und eine verschraubte (!) Leiste löst. Das wäre einfacher gegangen!

Das frisch gestimmte Werk, beeindruckt durch Strahlkraft und Klanggewalt! Allerdings fehlt ja noch das Gehäuse.

In 14 Tagen wird der Eigentümer kommen und die restlichen Arbeiten erledigen.

Zungen

Immer wieder erreichen mich Zungen, welche ich reinigen und durchsehen soll. Hier bekam ich das 4'-Spiel eines Estey-Harmoniums, welche verdreckt und teilweise sehr angegriffen waren. Nachdem ich die defekten Zungen ersetzen konnte (mit Estey-Zungen), durchliefen alle das Ultraschallbad mit anschließender Entoxidation. In sauberem Zustand wurden die Zungen auf ihre Funktion überprüft und ggf. nachjustiert. Eine Stimmung ist jedoch nur IM Instrumetn möglich.