Orgel- und
Harmoniumwerkstatt
Thomas Reilich
Aktuelle Projekte

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Um einen vergessenen Schatz zu bergen, suchen wir Kontakt zu Besitzern des Hörügel-Modelles "Maestrale".

Bitte melden Sie sich unter: thomas.reilich@t-online.de. Selbstverständlich wird alles vertraulich behandelt.

aktueller Stand: 22.05.2020

John Holt, Liverpool, Bj. 1935

Wie angekündigt, ging es beim Holt mit den neuen Seitenteilen los. Am Anfang steht immer der Zuschnitt.

Hier wurde bereits abgerichtet, gefügt, auf Breite geschnitten und ausgehobelt. Links liegen die Füllungen.

Es folgte der Maßschnitt.

Nun wurden die Rahmenteile zusammengesetzt und angezeichnet.

Nach dem Setzen der Dübel, wurden die Nuten für die Füllungen gefräst.

Auch die Füllungen wurden auf Maß geschnitten.

Zum Abplatten der Füllungen, wurde wieder der Vorschub an die Fräse gebaut.

Durch den gleichmäßig langsamen Vortrieb, wird das Fräsergebnis besonders schön.

Auch die Kannelierungen der Frontteile wurden an der Fräse hergestellt.

li: Die "großen" Seitenteile waren beim Verleimen doch noch recht handlich. Die hinteren beiden Füllungen wurden nicht eingeleimt, sie bleiben lösbar um das Pfeifenwerk erreichen zu können.

re: Nun hieß es wieder maßnehmen, anpassen, kontrollieren, nochmal anpassen, wieder kontrollieren...

Als alles gerade, im Lot und in der Flucht war, konnte verleimt werden.

re: Vier Rahmenteile mit Füllungen, das war es schon.

re: Fertig!!!

Zusammen mit der inneren Seite, bildet eine Wand quasi ein "U", welche auf dem unteren Seitenteil sitzt und innen am Prospekt-rahmen anschließt.

Hier wurden gerade die Frontteile mit den äußeren Seitenteilen verleimt.

Nun wird die Einbausituation der Pfeifen schon wesentlich konkreter. Sie entspricht in etwa der eines Truhenpositives.

li: Nun war es Zeit, den originalen Gehäusekranz hervorzukramen, welcher in der hintersten Ecke der Werkstatt verstaut war.

Für die Verbindungen der Bauteile, wurden die originalen Dübel und Dübellöcher verwendet. So ist ein Rückbau auf den Urzustand jederzeit problemlos möglich.

Die neue Form wirkt edel und bombastisch zugleich. Ich bin schon auf die Wirkung der Prospektpfeifen gespannt.

Hauorgel, Orgalbau Späth, Freiburg, Bj. 1968

Eine alte Bekannte!

Der Brandherd war gerade weit genug entfernt, dass nur an 2 Pfeifen leichte Schmelzungen zu erkennen sind. Der Rest ist aber von einer üblen Rußschicht bedeckt.

Vor 11 Jahren hatte ich diese Hausorgel um ein selbstän-diges Pedal erweitert. Wegen einem schrecklichen Ereignis, sah ich sie nun wieder.

Bereits Anfang März musste ich das Instrument zu mir holen, da es durch einen weihnachtlichen Zimmerbrand (ja, der Christbaum!) arg in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Durch das zerlegte Instrument, war die Werkstatt erst einmal zugestellt.

Am wenigsten betroffen, waren die bodennahen Teile, wie hier das Podest der Pedalmechanik.

Ins Innere des Motorkastens, war so gut wie kein Ruß vorgedrungen.

Hier sieht man deutlich die Rußverschmutzung.

Die Reinigung muss in mehreren Stufen erfolgen: Trockenreinigung mit Staubsauger - Nassreinigung mit alkalischem Reiniger - Neutralisierung - neue Oberfläche. Im Bild li sieht man den Unterschied zwischen Nassreinigung mit normalem (rechts) und alkalischem (links) Reiniger. Nach den ersten fünf Pfeifen sah mein 10l Waschwasserkübel SO aus (Bild rechts).

li: Das Pedal und der Unterbau sind bereits sauber.

re: Nun ging es an das Zerlegen des Manualwerkes.

Die Machart ist denkbar einfach aber auch interessant, da das Instrument -mit Ausnahme des 8'- über geteilte Schleifen verfügt.

Nicht ganz so einfach war der Ausbau der Klaviatur.

Diese musste samt Rahmen nach unten abgenommen werden.

Nach der gründlichen Reinigung, folgte die Politur der Beläge.

Nun strahlt die Klaviatur wieder wie am ersten Tag!

Die Seitenteile bestehen aus auf Gratleisten aufgereihten Brettern. Zum Vergleich: das oberste Brett ist gereinigt, der Rest nur gesaugt.

Während die Gehäuseteile Stück für Stück gereinigt wurden, konnten die Pedalpfeifen in Ruhe trocknen.

Da durch den alkalischen Reiniger die Öloberfläche zersztört wird, ist nach der Neutralisierung des Reinigers (Wischen mit klarem Wasser) das Auftragen einer neuen Ölschicht unumgänglich. Das Eichenholz dankt es mit einer frischen, satten Farbe.