Orgel- und
Harmoniumwerkstatt
Thomas Reilich
Aktuelle Projekte

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Um einen vergessenen Schatz zu bergen, suchen wir Kontakt zu Besitzern des Hörügel-Modelles "Maestrale".

Bitte melden Sie sich unter: thomas.reilich@t-online.de. Selbstverständlich wird alles vertraulich behandelt.

aktueller Stand: 20.11.2020

Ich brauche dringend Platz, daher gibt es jetzt viele Saugwind-Harmonien von der Seite "Verkauf-Vermietung / Restaurierungs-Anwärter und andere Kostbarkeiten..." zum Schnäppchenpreis.

Bei Interesse bitte melden!

John Holt, Liverpool, Bj. 1935

re: Im direkten Vergleich zum alten Gehäuse sieht man, wie gut die Neuteile farblich passen.

Beim Holt gingen die Gehäusearbeiten in eine weitere Runde. Nach dem Räuchern und Beizen, folgte nun der Ölauftrag, welcher die Farbe ordentlich anfeuern sollte.

Hier liegt der hintere Schweller, nach der frischen Ölung.

Auch die Überarbeitung der alten Gehäuseteile schritt voran. In den beiden Bildern sieht man einen Bereich des Gehäusekranzes, welcher übersät von tausenden Farbspritzern war. Links vor der Reinigung, rechts (bis zur Lampenspiege-lung) nach der Reinigung. Jeder Farbspritzer wurde vorsichtig mit einem nicht zu scharfen Messer abgekratzt, so blieb die originale Schellackober-fläche unversehrt erhalten.

Mit dem Aufzug ist das Handling des großen Daches kein Problem.

re: Auch der Morotkasten erhielt seine erste (und letzte) Ölung.

Die inzwischen gereinigten Beschläge, konnten nun wieder an die überarbeiteten Klappen montiert werden

Und wieder ist ein Teil fertig.

Das dunkle Braun sieht fantastisch aus. Noch haben die Neuteile allerdings keine Schellackoberfläche.

Die Kniefüllung war ein heikler Patient, da rund um den Schwelltritt die Oberfläche stark beschädigt war. Nun ist davon nichts mehr zu sehen.

Harmonium Estey, Style 2000 "Romanesque", Brattleboro USA, Bj. 1891

re: Sämtliche Registerwellen wurden mit neuen Filzlagern versehen.

Beim Estey wurde nun die Klaviatur "gerade gelegt". Zuerst musste ich aber meine "Richtlatte" umbauen, da sie nicht für 6 Oktaven ausgelegt war.

Nun folgte das Aufpolieren der Registerblende und die Montage der Registerwellen.

Zwischendurch nahm ich mir den Subbasskasten vor. Der Filz rund um die Ventile konnte nicht mehr als Dichtung bezeichnet werden.

So wurde der Kasten komplett zerlegt und von allen alten Filzen befreit. Der Ventilbelag war noch in Ordnung, wurde gereinigt und konnte erhalten werden.

Hier ist schon wieder alles komplett.

In meinem Ersatzteilkeller fand ich einen passenden Ersatz für den fehlenden Resonanzkasten (hinten im Bild).

Dank der hohen Serienqualität von Estey, saß er ohne größere Anpassungsarbeiten perfekt.

Nach dem Aufbereiten der Oberfläche, war das neue "Altteil" (oder altes Neuteil?) vom Original nicht mehr zu unterscheiden.

re: Stück für Stück, wuchs das Instrument nun wieder zusammen. Im Bild strahlt der aufpolierte Kerzenhalter mit der Sonne um die Wette.

Nun konnte das Werk ins Gehäuse gesetzt und einem ersten Test unterzogen werden.

Hier noch ein Blick auf die mittlerweile komplette Registermechanik.

re: Nach der Kur war wieder alles fest und frisch. Links sieht man die Innenseite der unteren Hälfte. Sie hat keinen Schellack, daher der Farbunter-schied.

Hier stehen die beiden Teile der Rückwand und warten auf die "Frischzellenkur".

Das obere Teil löste sich jedoch in Wohlgefallen auf und musste neu verleimt werden.

Nun war alles bereit, um mit den Stimmarbeiten zu beginnen.

Die vorgefundene Stimmtonhöhe lag bei 439 Hz und wurde so belassen.

Eine wahre Nervenprobe, war die zusätzliche Diskantoktave im 4'-Spiel. Im Bild sieht man die kleinste Zunge f''''/4'.

li: Warum baut man einen Subbasskasten mit der Öffnung nach vorne? Klangab-strahlung beim Subbass - echt jetzt?

re: Zum Glück hat der Subbass nur 13 Töne, so waren auch die letzten Stimmarbeiten bald erledigt.

So musste für jede Bearbeitung der Zungen der gesamte Kasten herausgehoben werden, Zunge ausziehen, feilen, Zunge einschieben, Kasten wieder einsetzen, Kontrolle, noch mal von vorn ....

re: Nun ging es an die finalen Gehäuse-arbeiten.

Der Frontrahmen wurde aufpoliert und die Stoffbespannungen erneuert.

Auch der neu lackierte Deckel, erhielt nun seinen finale Politur.

li: Blick auf einen schönen Rücken. Die untere Hälfte ist fest verschraubt, die obere nur mit zwei Riegeln fixiert.

In den letzten Wochen entstand hier aus einer "Kellerleiche" eine wahres und rares Prachtstück. Trotz der überschaubaren Disposition, können dank der 6 Oktaven Klaviaturumfang und der durchgehenden Superoktavkoppel schon fast brilliante Höhen erklommen werden. Aber auch die typisch weichen und vollen Bässe beherrscht das Instrument.

Erbauer: Estey Organ Co. Brattleboro, USA

Baujahr: 1891

System: Saugwind

Klaviatur: 6 Oktaven (F - f''''), Teilung h°/c'

Disposition:

Subbass (16', C - c°)

Violetta (4', leise)

Melodia (8')

Dolce (8', Abschwächung)

Viola (4')

Forte I

Vox Humana

Forte II

Flute (4')

Dulciana (8', Abschwächung)

Diapason (8')

Hier noch ein paar Vorher-Nachher-Bilder

Vox Jubilante (8', Schwebung)

Octav-Coupler (Superoktavkoppel)

Kniehebel: Grand Jeu / Forte

Beim Gehäusedeckel war der Schaden größer als der übliche "Vasenkringel", er wurde daher komplett neu lackiert (mit Schellack).

Blick auf die alte und neue Balganlage.

Auch am Werk sieht man den Einsatz vieler Stunden Arbeit.

Vorher "pfui", jetzt "hui".