Orgel- und
Harmoniumwerkstatt
Thomas Reilich
Aktuelle Projekte

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Um einen vergessenen Schatz zu bergen, suchen wir Kontakt zu Besitzern des Hörügel-Modelles "Maestrale".

Bitte melden Sie sich unter: thomas.reilich@t-online.de. Selbstverständlich wird alles vertraulich behandelt.

aktueller Stand: 09.11.2018

John Holt, Liverpool, Bj. 1935

re: Diese selbstkleben-den Dichtun-gen können getrost als "Seuche" bezeichnet werden, denn das Ablösen und Reingen der Flächen ist extrem aufwändig.

Beim Holt geschah in den letzten 14 Tagen relativ wenig, da wir einige andere Baustellen hatten. Azubi Jonas hatte jedoch zwischendurch Zeit, ein paar weitere Teile vom Schmutz und vor allem den alten Schaufstoffdichtungen zu befreien.

Hier liegt die Ausbeute von vielen Stunden Arbeit. Jetzt kann mit der Reparatur von Rissen und Ausbrüchen begonnen werden.

Saugwind-Harmonium Müller, Werdau, Bj. 1925

li: Auch das Müller stand etwas hinten an, trotzdem konnte die Stimmung abgeschlossen werden.

Wie so oft, stellte sich bei der Überprüfung eine Stimmtonhöhe von 438 Hz heraus. Hier wurde gerade die Stimmung des hinten liegenden 8' (Diapason/Melodia) abgeschlossen.

Druckwind-Harmonium Ph. Trayser, Stuttgart, Bj. 1868

Einer der Gründe, warum die anderen Projekte etwas warten mussten, war der Besuch eines Harmoniumfreundes, welcher sein Trayser bei uns auf Vordermann bringen wollte.

In der Woche zuvor hatte ich die Schöpfer neu bezogen, welchen nun zusammen mit der restlichen Balganlage wieder ins Gehäuse gesetzt werden konnte.

Hier läuft gerade die Anhängung der Trittmechanik an die neuen Schöpfer.

Während ich mit dem Einbau der Balganlage beschäftigt war, kümmerte sich der Eigner um die Lade, welche völlig abgeräumt werden musste.

Es gab viel zu putzen und zu pflegen. Die Tasten wurden gereinigt, die Ventile abgepinselt, aufgebürstet, ausgeblasen und talkumiert.

Auch der Klaviaturrahmen wurde gereinigt, bevor die Tasten wieder an ihren Platz kamen.

Die bei der Demontage vorgefundenen kleine Risse erwiesen sich als harmlos, so konnte schon bald wieder montiert werden.

Die seit Jahrzehnten geschmierten und fest verklebten Registerdrücker, durchliefen vor der Montage das Ultraschallbad samt Poliertrommel.

Sehr zur Freude des Eigners, erwies sich die Percussion nicht als Sanierungsfall, sondern als gut brauchbar.

Noch sind die Arbeiten nicht abgeschlossen, wie man an den fehlenden Zierleisten erkennen kann. Die Restarbeiten werden wohl erst nächstes Jahr ausgeführt werden können.

Das wunderbare Nuss-Wurzelfurnier der Trayser-Instrumente ist immer wieder ein Highlight.

Mittlerweile sieht das Harmonium, welches seine letzten Jahre in einem feuchten Stall zugebracht hatte, wieder richtig schmuck aus.

Ismayer-Rohner-Orgel in Olching

re: 1. Etappe Schwellwerk. Die hoch liegende Lade hat ihren Ventilzugang von unten. Da der Abzug nicht einseh-bar ist, mussten die Ventile ausge-baut werden.

Der zweite Grund für die Verzögerungen beim Holt und Müller, waren fällige Arbeiten an der Orgel in Olching, St. Peter u. Paul. An der 1976 von Ismayer gebauten und 1994 von Rohner umgebauten Orgel, wurden sämtliche Abzugs-leder ausgetauscht, da die Altteile zunehmend versagten.

Hier liegen die ersten SW-Ventile schon ohne Abzugseder (liegen im Vordergrund). Der Ausbau war schweißtreibend und von Verrenkungen geprägt.

re: Allerdings ist eine Arbeitsfläche von gerade einmal 40 cm Breite nicht üppig. Die Trakturbahn des SW im Rücken, treibt einem dabei eher den Angst- wie den Arbeits-schweiß auf die Stirn.

Der Ausbau der Leder im HW war einfacher, da die Ventile nicht ausgebaut werden mussten.

Hier kann man gut die neuen Abzugsleder erkennen, welche die Verbindung zwischen Traktur und Ventil herstellen.

re: Nach dem Austausch der Abzugsleder, mussten alle Werke neu einreguliert werden, bevor wir die Arbeiten mit der Stimmung abschließen konnten.

Während ich mit den Ventilen des Positiv (III.Man.) beschäftigt war, kümmerte sich Jonas um das Pedal.

Im zweiteiligen Gehäuse von 1900, sind links alle drei Manualwerke und rechts das Pedal untergebracht.

Werkstatt

Schon seit langem fehlte eine praktische und vielseitige Maschine in unserer Werkstatt, die Bandsäge. Diese Lücke konnte nun geschlossen werden.

Als bekennder Fan einer österreichischen Maschinenmarke, viel es mir schwer, von meiner Präferenz abzuweichen. Das nun gewählte Modell überzeugte mich aber mit pfiffigen Details, guter Verarbeitung, sowie einer perfekten Staubabsaugung.

li: Drei Mann und ein wenig Technik waren nötig, um das gut verpackte und schwere Teil in die Werkstatt zu bringen.