Orgel- und
Harmoniumwerkstatt
Thomas Reilich
Aktuelle Projekte

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Um einen vergessenen Schatz zu bergen, suchen wir Kontakt zu Besitzern des Hörügel-Modelles "Maestrale".

Bitte melden Sie sich unter: thomas.reilich@t-online.de. Selbstverständlich wird alles vertraulich behandelt.

Auf geht's ins Jahr 2020

aktueller Stand: 17.01.2020

John Holt, Liverpool, Bj. 1935

Das Holt hat gerade Pause, die Pläne der Registermechanik für das III. Manual werden aktualisiert.

Lindholm, Bj. 1991!

Wie angekündigt, musste als erstes dieses Saugwindharmonium eines Münchner Konzerthauses durchgesehen und gestimmt werden.

Das wohl jüngste Harmonium in meiner Werkstattgeschichte, hat eine orgelähnliche Disposition, vom 16' bis zur Oktav-Zimbel.

Neben versagenden Tönen und defekten Registerzügen, musste auch die Statik bzw. Konstruktion überprüft werden.

Da das gesammte Gehäuse aus furnierter Spanplatte besteht, hat das Instrument ein enormes Gewicht. Selbst die Anbauteile (Deckel etc.) sind wacker schwer.

Im Innern ist das 1991 zusammengesetzte Instrument (mit einer Klaviatur von 1986), nicht von jenen aus den 1950/60ern zu unterscheiden.

Die Verschmutzung war zwar nicht dramatisch, hat aber dennoch für versagende Zungen gesorgt.

Nach dem Abnehmen der Registerschaltung und der Klaviatur, wurde alles gründlich vom Staub befreit.

Sechs Spiele verteilen sich in diesem Instrument, wobei einzig die "Gedecktflöte 8'" nach vorne ausspricht.

Hier liegen die ausgezogenen Zungen zur Reinigung bereit. Ganz vorne liegt die Oktav-Zimbel.

re: A la Mason & Hamlin.

Die Mutze der Gedecktflöte liegt nicht direkt auf den Kanzellen, sondern dichtet eine vorgelagerte Kammer ab. Bei geschlos-sener Mutze, wird durch das Ventil die Kammer abgesaugt.

Die Ventile wurden einzeln entnommen und gereinigt.

Wie man hier gut erkennt, ist das Bild vor den Ventilarbeiten entstanden. Die Federn saßen teilweise sehr abenteuerlich.

Die mittlerweile frisch gereinigten Zungen, glänzen um die Wette.

Die Reparaturen an der Registermechanik betrafen lediglich ein paar gebrochene Verbindungen und durchrutschende Drähte.

Ganz versteckt hinter den Stechern (fast unsichtbar), liegt die Mutze des "Lieblich Gedeckt 8'" (=Zungen der Gedecktflöte).

Seit vielen Jahren verrichtet dieses Harmo-nium seinen Orchester- Dienst zur Zufriedenheit der Musiker. Nun wurde es gereinigt, reguliert und frisch gestimmt, damit es die anstehende Konzertreise gut übersteht.

Nachdem alles wieder beieinander war, wurden die Zungen wieder in ihre Kanzellen geschoben (hier der 16').

Die Stimmung auf 443 Hz, ging gut von der Hand. Die Oktav-Zimbel mit ihren hohen, ständig repetierenden Zungen, war allerdings ein Geduldsspiel.

Erbauer: Lindholm, Borna, Bj. 1991

Disposition:

System: Saugwind

Baß-Koppel

Diskant-Koppel

Kniehebel: GJ / Forte (zum Einhängen)

Klaviatur F - f'''', Teilung h°/c'

Dulcian 16'

Dulcian 16'

Oktav-Zimbel 1-fach

Oktav-Zimbel 1-fach

Prinzipal 2'

Prinzipal 2'

Prästant 4'

Prästant 4'

Harfpfeife 8'

Harfpfeife 8'

Gedecktflöte 8'

Gedecktflöte 8'

Lieblich Gedeckt 8'

Lieblich Gedeckt 8'

Ernst Hinkel, Ulm, Bj. 1922

Bereits im Herbst letzten Jahres, hatte ein Harmoniumfreund seine Neuerwerbung zerlegt und das Werk sowie den Balg zu mir in die Werkstatt gebracht.

In den Herbstfereien wurde der Blag in Eigenregie zerlegt und gereinigt, sowie die Platten neu scharniert.

Nun galt es, aus dem Bretterhaufen wieder einen Balg zu machen.

re: Hier liegt bereits die fertig vorbereitete Bespannung der Schöpfer.

Da dieses Harmonium über eine Expression und Begleitwind verfügt, befindet sich hinter den Schöpfern eine zweite Kammer.

Hier sieht man die neuen Fangventile. Die Form ist etwas unüblich, aber ich wollte es vermeiden, die Federn wieder auf die Nachbarventile zu schrauben (Korrosion!)

Nachdem der erste Schöpfer bezogen war, nahm der Balg wieder Schritt für Schritt Form an.

Auf die Schöpfer, folgte das Magazin.

So sah der Balg "roh" aus, die Tucharbeiten waren abgeschlossen.

Nun wurden die Scharniere und Ecken mit Leder abgedichtet ...

... und alles fein säuberlich papiert.

Hier sieht man das Rückschlagventil auf der Rückseite des Begleitwind-Ventils.

Das Begleitwind-Ventil ist mit der Magazinbalgplatte gekoppelt und stellt bei wenig Unterdruck eine Verbindung zu den Schöpfern her, bis wieder ein gewisser Druck erreicht ist und die Klappe sich schließt.

Auch die Schöpfventile wurden erneuert.

Zum Schluß bekam der Balg eine neue Dichtung zum Fundament. Die Schaltung der Expression erfolgt ausschließlich im Fundamentbrett.

Fertig und bereit zur Montage!

Das Werk ist allerdings noch nicht ganz so weit.