Orgel- und
Harmoniumwerkstatt
Thomas Reilich
Aktuelle Projekte

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Um einen vergessenen Schatz zu bergen, suchen wir Kontakt zu Besitzern des Hörügel-Modelles "Maestrale".

Bitte melden Sie sich unter: thomas.reilich@t-online.de. Selbstverständlich wird alles vertraulich behandelt.

aktueller Stand: 15.02.2019

John Holt, Liverpool, Bj. 1935

Beim Holt ging es mit den weiterhin umfangreichen Reinigungsarbeiten weiter. Im Bild sieht man die sauberen Tasten des I. Manuals.

Azubi Jonas kam beim Schruppen ganz schön ins Schwitzen. Im Bild = I. und II. Manual

Mittlerweile läuft auch schon die Reinigung der letzten Tastenreihe des III. Manuals.

Auch die Zungen waren "etwas" verschmutzt, wie man im Vordergrund gut erkennen kann.

Hier liegen die sechs Zungenspiele wieder blitzblank zum Einbau bereit.

Für den Neuaufbau des Balges, wurden die Holzfalten bereits "zusammengehängt" (mit Scharnierbändern aus Leinen versehen).

Hier leigt nur ein kleiner Teil der Klappen und Deckel, welche die Klangbildung des II. Manuals beeinflussen. Da das Werk zu oberst im Instrument saß, lag auf ihm der meiste Schmutz.

Die Reinigung der Einzelteile war -wie bei den anderen Werken auch- wieder ein harter Brocken. Übrigens ist keine der Oberflächen neu, alles "nur" gereinigt und original.

Wenn auch die Ventile fertig sind, kann mit der Montage begonnen werden.

Harmonium Steinmeyer, Öttingen, Bj. 1926

Beim Steinmeyer-Harmonium eines bekannten Münchner Theaters, wurden die tiefen Risse großzügig ausgefräst und mit passenden Leisten verschlossen. Nach dem Abhobeln des Überstandes, erhielten diese Bereiche eine Beleimung mit Balgtuch.

Schon beim Bau war man seiner Sache offensichtlich nicht so sicher, sonst wären die vielen Meter Lederstreifen nicht nötig gewesen.

Nach der schreinerischen Sanierung der Balgplatten, konnten diese wieder an der Trägerplatte befestigt werden.

Ein Blick in die offenen Schöpfer mit den neuen Fangventilen.

Hier sieht man gut die Machart des Scharnierstreifens aus Kalbleder und Leinenband.

Für eine derart spröde Balgbespannung, gibt es keine Rettung, sei das Trägertuch auch noch so stabil.

Die alten Karton-Stabilisierungen der Schöpferbespannung wurden abgelöst ...

... und auf das neue Tuch übertragen.

Nach der Bespannung des Magazinbalges, kamen die Schöpfer an die Reihe.

Zum Schluss wurden die Ecken verstärkt, die Scharnierbänder abgedichtet und die Holzflächen mit Spezialpapier beleimt. Nun konnten die Anbauteile wie Federn, Ventile und Balggurte montiert werden.

li: Die Montage der Balganlage war mit sechs Schrauben im Gehäuse erledigt. Gurte anhängen, Federn einsetzen - fertig.

Noch nicht ganz fertig! Das Instrument hat einen (ungenutzten) Motoranschluss, daher auch die Rückschlagklappe links oben in der Magazinbalgplatte.

Nun kam der heikle Teil der Arbeit. Das Zusammensetzen eines unrestaurierten Instrumentes, ist IMMER mit meist unliebsamen Überraschungen verbunden.

Was aussieht wie der Heckflügel eines Sportwagens, ist das Werk des II. Manuals, welches hier noch auf seinen Einbau wartet.

Die teils ausgefeilte, teils abenteuerliche Konstruktion, wollte mit viel Sorgfalt behandelt werden.

Im Bild bin ich gerade noch bei der Kontrolle der Ventile des II. Manuals. Nach gut eineinhalb Tagen lief aber alles einwandfrei.

li: Wie schon die Balgan-lage, ist auch das restliche Intrument von tiefen Rissen schwer gezeichnet, wie hier am Subbass-Kasten.

Ein Beispiel für die abenteuerliche Konstruktion, ist die Subbass-Mechanik, welche mit lediglich 3mm Gang arbeitet.

Nach der Überarbeitung der Balganlage, ist dieses umfangreich ausgestattete Instrument wieder voll nutzbar und wird künftig die Arbeit im Tonstudio des Theaters unterstützen.