Orgel- und
Harmoniumwerkstatt
Thomas Reilich
Aktuelle Projekte

back to english index!

Um einen vergessenen Schatz zu bergen, suche ich Kontakt zu Besitzern des Hörügel-Modelles "Maestrale".

Bitte melden unter: harmoniumwerkstatt.reilich@gmail.com. Selbstverständlich wird alles vertraulich behandelt.

aktueller Stand: 19.02.2021

John Holt, Liverpool, Bj. 1935

Dieses Foto kennen Sie. Der abgebrochene Fräser veranschaulicht hier die Ausgangssituation, die grob vorgefräsen Rohlinge der Registergriffe, sog. Manubrien.

Ausgestattet mit einem neuen Fräser, konnten nun die Rohlinge fertig bearbeitet werden.

Nach ein wenig Schleifarbeit, ist das Ergebnis wirklich überzeugend. Es freut mich sehr, solche Teile (und auch andere) künftig selbst herstellen zu können.

Und so folgte gleich der nächste Versuch. Warum nicht eine kleine Holzpfeife aus dem vollen Material fräsen? Natürlich ohne Deckel und Vorschlag.

li: Hier sieht man den ersten Prototypen. Sogar die Kernspalte wurde gefräst, wobei es hier noch Optimierungsbedarf gibt, wie der unsaubere Rand beweist.

re: Die fertige Pfeife ist gerade einmal 10cm lang, g''' 8', gedeckt. Das Loch im Vorschlag dient zur Windregulierung.

Auch die letzten Gehäsuearbeiten wurden nun angegangen. An den Blenden im Pedalbereich, gab es einige unschöne Löcher der früheren Elektrik zu verschließen.

Schröding, Orgel von J. Müller, Tuntenhausen, Bj. 1869

li: Nachdem letztens die Holzpfeifen des Pr. 8' gemacht wurden, kam nun der Subbass an die Reihe. Wie zu erwarten war, saßen die Spunde bombenfest.

re: Die Pfeifen wurden gereinigt und anschließend die vielen offenen Leimfugen neu verleimt.

Sie ließen sich nur mit roher Gewalt aus den Pfeifen holen, was weder den Pfeifen noch den Spunden samt Griffen gut bekommen ist.

Dann kümmerte ich mich um die zahreich abgebrochenen Schrauben der Vorschläge. Im Bild sieht man die erste Ausbeute incl. gebrochenem Bohrer.

Das Loch der herausoperierten Schrauben-reste, wurden groß ausgebohrt und Querholz-plättchen eingeleimt. So haben die neuen Schrauben wieder ordentlich Halt.

Ziel der Übung ist es, den Vorschlag wieder gut verschrauben zu können und nichts von der Reparatur zu sehen. Schräg eingedrehte Schrauben - IGITT!

Da -bis auf wenige Ausnahmen- die alten Spundgriffe ihren Dienst quittierten (Zapfen abgebrochen), mussten neue angefertigt werden. Hier liegen die Rohlinge dazu.

Gemäß den Originalen, wurden Spundgriffe in entsprechenden Größen angefertigt.

Die fertige Griffe warteten nun (in leichter Überzahl) auf ihren Einsatz.

Am einzig verbliebenen, stabilen Spund, kann man das Übel gut erkennen. Das nur einfach kreuzverleimte Holz arbeitet sehr viel, das dünne Leder kann dies nicht ausgleichen = Pfeifenmündung platzt auf.

Die neuen Spunde sind aus mehrfach verleimter Schichtplatte und daher viel formstabiler. Außerdem werden die Spunde befilzt und beledert, und können so das Arbeiten der Holzes (Pfeife) besser ausgleichen.

Damit die Griffe wirklich sicher in den Spunden sitzen, werden diese von unten verkeilt. Wieviel Kraft dabei ausgeübt wird, kann man gut daran erkennen, wie weit die beiden Buchekeile sich in den Fichtezapfen gedrückt haben.

li: Hier nochmal die Ansicht der fertigen Vorschläge.

re: Sieht nicht spektakulär aus, war aber viel Arbeit - der fertige Subbass mit neuen Spunden und Griffen, alle befilzt und neu beledert.

Zwischendurch läuft immer wieder die Reinigung der Eisenteile. Im Bild sieht man gut den vorher-nachher Zustand der Stockschrauben.

Werkstatt

li: Kaum 3 Wochen nach Bestellung, trafen heute auch noch die Regale für die Fräse ein und wurden gleich aufgebaut.

re: Noch fehlt ein Absperrschieber und ein kurzer Schlauch, dann ist die Fräse endgültig betriebsbereit.

Die Teile für die Erweiterung der Absauganlage waren eingetroffen, so machte ich mich ans Werk, die CNC-Fräse mit dem Rohrsystem zu verbinden.

Schiedmayer, Stuttgart, Bj. 1869 - Nachtrag

Ich hatte ja letztens versäumt, ein schönes Foto vom fertigen Schiedmayer zu machen, das haben die Eigentümer nun freundlicherweise für mich übernommen. Vielen Dank für das Foto und die Erlaubnis es hier präsentieren zu dürfen.