Orgel- und
Harmoniumwerkstatt
Thomas Reilich
Aktuelle Projekte

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Um einen vergessenen Schatz zu bergen, suche ich Kontakt zu Besitzern des Hörügel-Modelles "Maestrale".

Bitte melden unter: harmoniumwerkstatt.reilich@gmail.com. Selbstverständlich wird alles vertraulich behandelt.

aktueller Stand: 21.05.2021

Wir machen Betriebsurlaub - bis einschließlich 30.05.

John Holt, Liverpool, Bj. 1935

re: "Holzum-formung"

Hier sieht man einmal die Späne, welche vom Zuschnitt über das Hobel bis zum Maßschnitt entstanden sind und zwar nur von diesem Register.

Die abgerichteten und gefügten Brettchen des Gedackt 8', wurden nun ausgehobelt ...

... und auf Maß gebracht.

Da ich den Aufschnitt der Pfeifen erst festlegen möchte, wenn ich diese unter realen Bedingungen testen kann, erfolgt der Zusammenbau der Pfeifen anders als gewohnt.

Nachdem eine Seite mit Boden und Kern verleimt wurde (Bild li), setzt der Deckel außen bündig auf dem Seitenteil auf. Der Deckel ist innen abgeschrägt und wird weit über dem Kern angesetzt.

Anschließend werden Boden und Deckel mit dem Kern bündig geschnitten und die Pfeife mit der zweiten Seite komplettiert (2 Pfeifen li). Das Oberlabium wird später außen aufgesetzt (außer bei den kleinsten Pfeifen).

Die Produktion der benötigten Spundgriffe lief an. Hier sieht man eines der ersten Exemplare, für die großen 8'-Pfeifen.

Da nicht nur das Gedackt, sondern auch die anderern Register gedeckte Pfeifen enthalten, brauche ich ca. 100 Spundgriffe verschiedener Größen.

Bis auf die große Oktave, hat das Gedackt den ersten Leimdurchgang bereits absolviert.

Schröding, Orgel von J. Müller, Tuntenhausen, Bj. 1869

li: Nachdem die Schellack-oberfläche fertig war, konnten die Einzelteile des Spieltisches verleimt werden.

Stabil, rechtwinklig und maßhaltig - diese Aussagen trafen hier schon lange nicht mehr zu, genau wie "der strahlend schöne Schellack".

Erst jetzt stellte sich heraus, ob die alten Einbauten noch passen würden - sie tun es!

li: Auch der Einbau der Pedalkoppel und des Pedal-Wellenbrettes verlief problemlos.

Natürlich mussten immer wieder kleine Reparaturen durchgeführt werden, wie hier der Ersatz eines vom Wurm arg geschwächten Wellenärmchens.

Doch bald war es geschafft und die Spieltischmechanik war wieder komplett.

Nun ging es mit dem Einbau der Klaviatur los. Um die Waagstifte nicht wieder den Gerbsalzen von Lederscheiben auszusetzen, kamen Unterlegscheiben aus Karton zum Einsatz.

Frisch befilzt, war der Klaviaturrahmen nun bereit für die Tasten.

Hier noch einmal ein Blick auf die erneuerten Tastenführungen.

Nicht nur das Nussbaumfurnier der Klaviaturblende erhielt eine Frischekur, auch "Herr Müller" wurde aufpoliert ;-).

Mit diesem Interieur, sieht der Spieltisch schon gleich viel würdevoller aus.

Auch die fehlenden Deckelbretter wurden bereits angefertigt, mit Nutleisten an den Enden, wie es sich gehört.

Carl Stock, Leipzig, Bj. ca. 1920

Woran merkt ein Orgelbauer, dass er schon lange "am Markt" ist ? Die ersten Arbeiten kommen ein zweites mal in die Werkstatt!

Das ist nun mit diesem Instrument passiert, welches vor 17 Jahren mein Auftrag "Nr. 1" war. Dem Instrument, welches regelmäßig gespielt wird, fehlte fast nichts. Die Besitzer wollten nach dieser langen Zeit lediglich etwas "Wellness" für ihr Harmonium. So wurde es innerlich gereinigt, eine Tastenfront wieder angeleimt, ein paar durch Staub versagende Töne gangbar gemacht, sowie die Stoffbespannung erneuert und die Oberfläche aufbereitet.

Den Bericht der Restaurierung von 2004, finden Sie hier.